Wilkommen beim pheidippides.de-Blog!
[H O M E]

Ich freue mich auch über Kommentare zu meinen Blog-Einträgen, diese sind ab sofort auch ohne Anmeldung möglich.

20.07.2010

7. Bärenfels Ultra Trail – 64,8 km

Tragisches Ende einer tollen Veranstaltung.


Der Bärenfelslauf, ob an Heiligabend (Marathon), am 1. Mai (50km) oder im Juli der Ultra Trail, wird liebevoll von der Fam. Feller/Helferich organisiert. 

Umso tragischer ist das diesjährige Ergeignis: 

Ein 52-Jähriger Halbmarathonläufer brach wenige Meter vor dem Ziel zusammen und blieb regungslos liegen.

Die nachfolgenden Läufer riefen sofort den Rettungsdienst – doch für den zusammengebrochenen Mann aus dem saarländischen Ludweiler kam jede Hilfe zu spät, Reanimierungsversuche scheiterten. 

Die Veranstalter brachen den Wettkampf sofort ab, wofür alle LäuferInnen volles Verständnis hatten.

Mehr dazu [hier]

Meine Bilder gibt es [hier]

15.07.2010

10. Zugspitz Extremberglauf 2010

respect your limits

Vor knapp 190 Jahren, nämlich am 27. August 1820 war es, dass der Leutnant Josef Naus aus Reute/Tirol als erster namentlich bekannte Mensch seinen Fuß auf den Zugspitzgipfel setzte. Wenn auch nicht ganz genau bekannt ist, wie lange er und seine Helfer im unwegsamen Gelände unterwegs waren um den höchsten Punkt zu erreichen, so ist doch seine damalige Route fast identsich mit der Streckenführung des 10. Zugspitzextremberlaufs: Vom Kirchplatz in Ehrwald über Gatterl, Knorrhütte zur Sonnalpin und hoch zum Gipfel.

Der Start ist um 9:15 Uhr, das Wetter verspricht sonnig und heiß zu werden. Das bedeutet, das die Strecke heute tatsächlich bis zum Gipfel führen und keine Alternativstrecke wegen Schlechtwetter ausgewählt wird. Dies und das 10-jährige Jubiläum locken heute über 600 LäuferInnen an den Start.
Es geht von Anfang an bergauf, zu Beginn auf einer Asphaltstraße bis zur Ehrwalder Alm mit ca. 100 Hm pro 1 km. Weiter geht es auf Schotterpisten zur Hochfeldernalm. Es ist heiß, es gibt Iso, Wasser, Obst und Riegel. Ab jetzt geht es auf Singletrails weiter bergauf zum Gatterl, der Grenze zwischen Österreich und BRD. Biggi ist heute wieder sehr gut in Form und schneller als ich. Aber auch ich passiere das Gatterl nach etwas mehr als 2 Stunden. Ich liege gut im Zeitlimit und es geht mir prima. Noch ahne ich nicht, dass sich dies in den nächsten 2 Stunden ändern wird.
Es geht weiter Richtung Knorrhütte, zunächst bergab und dann wieder aufwärts. Die Knorrhütt liegt bereits über 2000 m und langsam merke ich, dass ich die Höhe und die Sonne nicht so recht vertrage. Mir wird schwindelig und ich habe Kopfschmerzen. An der VP Knorrhütte mache ich deshalb kurz Pause. Das Zeitlimit im Nacken lässt mich aber wieder zügig aufbrechen Richtung Sonnalpin auf knapp 2600 m.

Ab jetzt fällt mir sogar das gehen schwer und ich weiß nicht recht, was mit mir los ist. Mir ist schwindelig und ich sehe Sternchen. Mirko überholt mich und ich falle immer weiter zurück. Ich treffe 2 Leidensgenossen, denen es ähnlich geht wie mir. Als wir pausieren, reden wir zum ersten mal über aufgeben. Ich will mich erst beim VP Sonnalpin entscheiden, also weiter, nur nicht an aufgeben denken, es sind doch nur noch 3,5 km. Die Sonne brennt, es geht über Schnee- und Steinfelder. Ich sehe schon den Gipfel, er liegt zum Greifen nah. Ich sehe die Läufer, die sich im fast senkrechten Aufstieg zum Gipfel befinden und sehe die Läufer auf einem Grat kurz vor dem Ziel. Ich merke, dass ich immer häufiger stolpere, wie soll ich da hoch kommen, rast es mir durch den Kopf.
 
Von der Bergwacht erfahre ich, dass bei Sonnalpin eine Zeitmatte und Sonderwertung möglich ist. Aussteiger erhalten dann eine Medallie und können mit der Seilbahn zum Gipfel, denn dort befinden sich die Kleiderbeutel.
Ich erreiche Sonnalpin im Zeitlimit, ich kann also weiter zum Gipfel, doch ich treffe die Entscheidung auszusteigen, ich habe keinerlei Trittsicherheit mehr. Ich muss heute meine Grenzen akzeptieren und gebe 1,3 km vor dem Ziel auf.
Zusammen mit meinen beiden Leidensgenossen Markus und Hans trete ich meine Reise zum Gipfel mit der Seilbahn an. Auf der Fahrt nach oben sehen wir die Läufer, die sich zum Gipfel kämpfen. 

Oben angekommen wollen wir wenigstens unsere Medallien. Wir müssen unzählige Treppen überwinden, bis wir diese endlich erhalten. 

Zugspitz Extremberglauf: 18 km, die mich an meine Grenze geführt haben. Noch heute frage ich mich, ob ich es nicht vielleicht doch hätte versuchen sollen und weiterlaufen. Aufgeben ist eben doch schwieriger als weitermachen.

Ich werde es aber wieder versuchen, denn der Gipfel gehört nur dem, der ihn mit eigener Kraft erklommen hat!

Biggi finisht in 4:39, Mirko in 5:27 und Daniel in sagenhaften 2:31. 

Eckdaten zur Strecke:
Streckenlänge:17,94 km - 
Ziel: 2929m ü. NN - Start: 1020m ü. NN
Höhendifferenz netto: 1899m - Höhendifferenz brutto: 2235m



Meine Bilder gibt es [hier]

Bericht auf marathon4you [hier]


07.07.2010

7. Alpin Marathon 2010 Oberstaufen

Den Alpin Marathon Oberstaufen gibt es mit Unterbrechungen seit 2003. Er gilt als der erste alpine Marathon Deutschlands. Trotzdem findet er nicht den Zuspruch wie die Bergläufe in der Schweiz. Deshalb findet der Alpin Marathon seit 2008 nicht mehr jährlich sondern nur noch alle 2 Jahre statt.
Der Streckenbeschreibung des Veranstalters [hier] ist kaum noch etwas hinzuzufügen und tatsächlich kann man sich darauf einstellen, schon ab KM 2 mit dem Gehen anzufangen.
Heuer kam zu der an sich schon anspruchsvollen Strecke wohl der heißeste Tag in 2010. Bei Temperaturen deutlich über 30°C und wenig Schatten ging es über den Grat der Nagelfluhkette hoch zur Bergstation der Hochgratbahn, dem höchsten Punkt der Strecke. Der Veranstalter hat auf die Temperaturen aber sehr gut reagiert und trotz der 11 VP (mit Wasser, Iso und zum Teil Cola, Obst, Kekse, etc.) zusätzliche Wasserstationen eingerichtet. Überall saß jemand von der Bergwacht und bot einem ein Becher Wasser an.
Trotz allem machte mir die Hitze sehr zu schaffen und auch auf den bergab Strecken, konnte ich kaum etwas gut machen. Zu allem Überfluss ging dann auch noch meine Kamera zwischen KM 22 und 28 verloren. Ich war fast so weit, das erste mal aufzugeben. Aber Biggi motivierte mich weiter zu laufen. So konnten wir gemeinsam im vorgeschriebenen Zeitlimit unter 7 Std. finishen.
Bei der anschließenden Siegerehrung werden jeweils die 3 Besten einer Altersklasse mit einem Bergkäse geehrt.
Für die Finisher gibt es ein hochwertiges Funktionsshirt, außerdem fanden die LäuferInnen in den Starterbeuteln jeweils einen Gutschein für die Saunawelt „Aquarius“ in Oberstaufen, sowie eine kostenlose Berg- und Talfahrt für die Hochgratbahn, die Imbergbahn Steibis und die Hündlebahn incl. Sommerrodeln.
Der Verlust meiner Kamera war für mich schon sehr ärgerlich, weniger wegen der Kamera (die hatte bereits viel miterlebt und schon ganz schöne Macken) sondern vielmehr wegen der Bilder. Docht 2 Tage später erhalte ich dann plötzlich eine Mail aufs Handy, Alfred (einer der Veranstalter) hat doch tatsächlich meine Kamera gefunden und uns über die Bilder ausfindig gemacht. Die Läuferwelt ist einfach gut. Vielen Dank, Alfred !!!

Meine Bilder gibt es [hier]
Bericht von Bernie auf marathon4you.de [hier]


Fazit:
Für 38 EUR bekommt man eine anspruchsvolle aber sehr schöne Strecke. Die Organisation und Verpflegung ist top. Man muss nicht in die Schweiz um an einem alpinen Bergmarathon teilzunehmen. Der Alpin Marathon Oberstaufen ist günstiger und liegt näher.
Ich würde mir nur wünschen, das der Alpin Marathon bestehen bleibt und sogar wieder jährlich stattfindet.
Willst du beim Laufen mal so richtig schnaufen, dann fahr nach Oberstaufen!



Archiv

Follower