Wilkommen beim pheidippides.de-Blog!
[H O M E]

Ich freue mich auch über Kommentare zu meinen Blog-Einträgen, diese sind ab sofort auch ohne Anmeldung möglich.

27.09.2009

7. Voralpenmarathon 2009 in Kempten


Um 9 Uhr ist Start, gelaufen werden 45 km und 1350 Hm. Ein 2/3-Marathon wird auch noch angeboten.
Bereits im Startbereich treffen wir wieder alte Bekannte: Daniel Steiner von m4y.de, Gerhard, usw.
Ich bin noch am Plaudern, als der Startschuss erfolgt, es geht schon los. Schnell geht es aus Kempten hinaus Richtung Wiggensbach [Streckenplan], die Verpflegung ist hervorragend, es gibt von Anfang an Cola, Iso, warmen Tee und das fast alle 3-4km. Bei KM10 kommt die erste knackige Steigung hinauf auf den Blender. Noch werden wir von den 2/3-Läufern begleitet, da diese erst bei KM16 auf eine andere Strecke geführt werden. Oben ist ein eindrucksvoller Fernsehturm und es ist noch neblig. Aus dem Nichts taucht plötzlich Dietmar "Pumuckl" Mücke auf, diesmal aber ohne Verkleidung und mit Schuhen. Er hatte heute nix anderes vor und viele Freunde in der Starterliste entdeckt, deshalb läuft er einfach so, ohne Chip und Startnummer einfach mal so mit! Konsequenter Weise nimmt er deshalb auch die Verpflegungsstationen nicht Anspruch, sonder Verpflegt sich in Gaststätten, die am Weg liegen, lieber selber mit Bier ;-) .

Weiter geht es nach Eschbach und wir laufen oberhalb des Eschbacher Weiher vorbei, langsam schafft es die Sonne den Nebel zu vertreiben. Wir genießen kurz die Aussicht und weiter geht es im steten auf und ab. Auf dem Weg zum schwarzen Grat (KM22) treffen wir auf einer kurzen Begegnungsstrecke Dieter wieder, er hat einen Vorsprung von 3km (DSD!). Bei KM24 umrunden wir den Aussichtsturm, jetzt sind wir wieder auf dem Rückweg. Die Sonne hat sich zwischenzeitlich gegen den Nebel durchgesetzt und es ist ein herrlicher Tag zum Laufen. Wir passieren wieder den Eschbacher Weiher und sind ziemlich allein auf der Strecke. Bei KM42 ist nochmal ein fieser Anstieg, doch dann ist es geschafft. Das Ziel ist in greifbarer Nähe. Doch dann treffen wir Dietmar Mücke wieder, der sich in einem Biergarten ausgeruht hat. Eigentlich wollen wir auch noch ein Bier trinken, doch das klappt nicht. Mangels Bier will Dietmar auch nicht mehr länger bleiben und er begleitet uns die letzten Meter ins Ziel. Dort gibt es alles was der Läufer braucht: Bier, Nudeln und Duschen.



Meine Fotos gibt es [hier]

Bericht und Fotos von Erwin Bittel, den ich heute kennen gelernt habe [hier]




Den Bericht von Daniel bei m4y.de gibt es [hier]



26.09.2009

USAG Sizzling Summer Half-Marathon (WI-Erbenheim)

 Danke Dieter!!!
Bevor wir uns nach Kempten zum morgigen Voralpenmarathon aufmachen geht es noch schnell auf die Air-Base nach WI-Erbenheim zum Sizzling Summer Half-Marathon, den hatte Dieter noch letzte Woche entdeckt.
Laut Ausschreibung dürfen auch "Local Nationals" teilnehmen, also Eingeborene. Dementsprechend haben wir uns dann auch angezogen.
Diese psychologische Kriegsführung hat sich ausgezahlt, zuerst waren die Amis verwirrt über unser Aussehen, dann ängstlich und dann haben wir ihnen die Medallien abgenommen. Ab sofort haben die wieder Angst vor uns "Krauts".


Und das ist unsere Ausbeute:
Dieter Ehrenberger (LT-Hemsbach) holt Gold in der Kategorie Men's Masters,
Brigitte holt Silber als Womens's Seniors und
ich hole Bronze als Men's Sub Masters.

Fotos gibt es [hier]

Many many thanks, Dieter!
As Dieter had discovered last week that the U. S. Air Base in Wiesbaden-Erbenheim was hosting the Sizzling Summer Half Marathon today, we took a short side trip before leaving for Kempten to take part in tomorrow’s Voralpenmarathon. The race regulations allowed „local nationals“, i. e. natives, to take part. We dressed accordingly. This psychological warfare was quite successful. The Americans were first confused then frightened. Thus we could relieve them off their medals. From now on, they will be again afraid of the „Krauts“.The yield was spectacular:
Men’s Masters: Gold medal for Dieter Ehrenberger (LT Hemsbach),
Women’s Seniors: Silver medal for Brigitte,
Men’s Sub Masters: Bronze medal for me.

Click [here] for photos
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German and American runners turned our for the U.S. Army Garrison Wiesbaden's Half Marathon in and around Wiesbaden Army Airfield Sept. 26. Brandon Spellman was the first across the finish line in a time of 1 hour and 21 minutes. Renee Davis was the fastest female finisher in 1:44:38. See the Oct. 8, 2009, issue of the Herald Union for the story. Photos by Karl Weisel for the Herald Union newspaper. [here

20.09.2009

27. Fiduca Baden Marathon Karlsruhe 2009






Heute fanden gleich 4 Marathons statt, Berlin, Ulm, Kraichgau und Karlsruhe. In Karlsruhe konnten wir uns aber für eine gute Sache einsetzen, so dass uns die Entscheidung leicht viel. Mit Dietmar "Pumuckl" Mücke, der Biene Maja, einer Geisha, einem Clown und Brigitte und mir (als Tarzan und Jane) gingen wir wieder als Spendensammler auf die Strecke. Gesammelt wurde für den Laufclub Downsyndrom Marathonstaffel e.V. mit denen wir auch die Strecke absolvierten. U.a. lief Simon Federer (CH) die komplette Marathondistanz und ist damit nach Simon Beresford (GB) erst der zweite Mensch mit Down-Syndrom der einen Marathon finishte.

 Viele bekannte Gesichter waren auch wieder am Start, der Berlin-Hype lies sie wohl kalt, so trafen wir u.a.  Joe Kelbel, Norman Bücher und Bernahrd Sesterheim.

Die Sammler trafen sich bereits tagszuvor auf der Laufmesse und wir hatten einen riesen Spass. Dies ist u.a. auch dem Wein vom Stand des Marathon Dt. Weinstraße zu verdanken.


Das Sammlen war m.E. wieder anstrengender als man denkt, denn das ständige "stop and go" lässt keinen eigenen Laufrhytmus zu. Trotzdem hatten wir auf der Strecke unseren Spass! Die Karlsruher waren auch recht großzügig und viele Scheine wanderten in unsere Sammeltasche. Vielen Dank! Einen detaillierten Bericht, wie es der Down-Syndrom-Marathonstaffel auf der Strecke erging und sie die Distanz erfolgreich meisterte, hat Dieter Ulbricht auf seiner Seite [hier] veröffentlicht.






Meine Fotos gibt es [hier]
Bericht von Joe [hier]

<45/19>

18.09.2009

Madeira Island Ultra Trail 2009


Am 5.9. um 7:00 Uhr Ortszeit wird der Madeira Island Ultra Trail gestartet. 105 km und 4.000 Hm in max 25 Std.

Markus Krempchen organisiert u.a. den Trail Uewersauer, mischt aber auch beim Luxemburg-Marathon mit und nächstes Jahr startet er hoffentlich den 1. (offiziellen) Trail an der röm. Weinstr. Nun hat  er den Madeira Island Ultra Trail gefinisht und mir seinen Bericht und Bilder geschickt:

Madeira eine noch recht unbekannte Insel im Atlantik für Trail Läufer.
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Ausgeschrieben sind 106 km mit 4000 Hm sowie eine 55 km Strecke.
Der abenteuerliche Trip beginnt für mich um 1.00 Uhr in der Nacht am Dienstag und führt mich zum Flughafen Frankfurt. Wir starteten mit 20 min. Verspätung, was zur Folge hatte, dass der Anschlussflug nach Madeira schon fort war. Über eine Warteliste ging es dann nach 4 Std. weiter. Prompt folgte der nächste Schock als mein Gepäck samt Laufrucksack und Ausrüstung verschwunden war. So ging der erste Tag zu Ende ohne Gepäck und mein  geplantes Lauftraining. Zum Glück blieben mir ja noch 3 Tage bis zum Race Briefing.
Auch am zweiten Tag blieb mein Gepäck verschwunden, wenigstens konnte Ich trainieren gehen. Dann in der Nacht kam mein Gepäck und so konnte Ich mal durchatmen bzw. entspannen. 




Der Freitag stand ganz im Tag des Race Briefings. Abgeholt wurden wir um 12.00 Uhr nach Machico mit 13000 Einwohner zählend die zweitgrößte Stadt Madeiras. Hier war auch das Ziel, nur 200m von meinem Hotel entfernt. Von hier aus ging es über Funchal der Hauptstadt Madeiras, wo wir den Rest der Läufer einsammelten nach Porto Moniz ein Ort an der äußersten Nordwestküste.
Angekommen in Porto Moniz bekamen wir unsere Startnummer und die Ausrüstung wie Kopf und Handlampe, Trinkrucksack, Rettungsdecke, Handy, Ersatzbatterien, Pfeife, Ersatznahrung, Regenjacke und Hose wurden kontrolliert. Jeder bekam einen ID Chip wo jeder selbst an den Kontrollposten seine Position registrieren musste, bzw. eine Plastiktasse zum Trinken da auf den Verpflegungstellen im Sinne der Sauberkeit und der Umwelt keine Becher und Flaschen ausgegeben wurden. Dann folgten noch Infos über Streckenbeschreibung, Zeit Messung, Markierungen sowie über Gefahren in Höhlen und Tunnels. Dann ging es wieder zurück nach Machico, es ist mittlerweile 21.00 Uhr und um 4:45 Uhr wurden wir ja schon wieder abgeholt.
Der Wettkampftag war nun da. Mein Wecker rappelte um 4:00 Uhr und ab ging es zum Frühstück und los zum Bus. Angekommen um halb sieben Check In, registrieren und schnell noch mal zur Toilette. Dann folgte der Startschuss um 7:00 Uhr mit einer kleinen Dorfrunde durch Porto Moniz. Gleich setzten wir uns zu 12en ab und der erste lange Anstieg von 7 km und 600 Hm begann. Es folgte im Morgennebel und einsetzendem
Regen ein 9 km langer Single Trail durch den typisch für Madeira dschungelartigem Wald. Der erste Kontrollpunkt wurde passiert. Nun kam eine relativ flache Passage durch eine unbewaldete und heiße Berglandschaft mit Single Trails und kurz vor Kontrollpunkt 3 ein 2 Kilometer langer nasser und dunkler Tunnel. Dann folgte die Verpflegung und nach 50m eine Steigung von einem Kilometer Länge und 800 Hm in Serpentinen Form hinauf, weiter über Lava Felder ( Madeira ist ein Überrest eines Vulkansystems von vor über 20Mio. Jahren) zum nächsten Kontrollpunkt. Jetzt folgte ein spektakulärer Single Trail  der es in sich hatte, was auch zu folge hatte, nachdem Ich mich auf Platz 3 verbessert hatte, das ich einen Wegweiser übersah und weiter bergab lief.
 
Nachdem mir mein Fehler aufgefallen ist, kehrte Ich um bzw. lief zurück zu der Stelle (mittlerweile hatte Ich 9 Km-600 Hm und 2 Std. Zeit verloren), was mich zurück warf auf Rang12. Nun bei Km 56 angekommen verpflegte Ich mich mit guter Hühnersuppe denn jetzt begann für die nächsten Stunden ein ständiges Auf und Ab über alte Treppenstufen. Raus aus der Hütte auf mittlerweile aufgeweichtem Boden ( hier in Encumaeda starteten vor Stunden die 55 km Läufer) begannen die Treppenstufen und es ging auf 700 Hm bergauf bis auf eine Höhe von 1640 m. Oben angekommen wieder über Single Trails hinunter dann über Treppen wieder aufwärts im stetigen Wechsel zwischen 1400 und 1780 m. Die zahlreichen Fotos und die Schönheit Madeiras sowie der atemberaubende Ausblick mit Nebel, Sonne und das durchkämmen der Wolkendecke lassen die jetzt etwas schweren Beine vergessen. 



Nun folgt der letzte Anstieg zum höchsten Punkt der Insel zum Pico de Arieiro mit 1818 m. Die Sonne ist nun untergegangen und der Wind pfeift hier oben recht heftig. Im Nu ist es stockdunkel und ich ziehe mir bei der Verpflegung meine Jacke und Windpant an und schalte meine Kopf und Handlampe an. Die nächsten 28 km fallen auf 1800 m ab zum Ziel über Wiesen und knackigen Single Trails  die recht schwer zu laufen sind. Bei Km 96 erfahre Ich das Ich nun 8er bin. Jetzt folgten die letzten 10 km auf einer 40 cm breiten Wasser Rinne um Machico herum und immer mit Blick aufs Ziel am Strand im Dunkel der Nacht.
Dann folgte der letzte Kilometer, ein 30% steiler Abstieg über einen alten Kanal der mit Gras zugewachsen war. Die letzten Meter gingen dann über die Strandpromenade ins Ziel nach 20:06 Std. und Platz 8.
Im Ziel mache Ich meine letzte Registrierung und 5 min. später halte Ich eine Liste mit meinen Zwischenzeiten  vom Rennen in den Händen.
Vom Organisator bekomme Ich mein verdientes Funktions Shirt bzw. einen Finisher Fleece Pullover. Ich verabschiede mich, es ist ja mittlerweile halb 4 Uhr und gehe in mein 200 m entferntes Hotel und sinke müde aber zufrieden ins Bett.
Am nächsten Morgen ist für 12:30 Uhr die Preisübergabe vorgesehen und man sieht nur glückliche Menschen.
Kurz danach ab in die Pizzeria und auf zum Flughafen in Richtung Heimat.



Fazit: Für Trail Läufer eine wunderschöne Insel.
Die Veranstaltung ist sehr gut organisiert, alle sehr freundlich und hilfsbereit. Für den Ultra Trail Mont Blanc gibt es hier 3 Punkte. Was man beachten sollte das es Teilnehmerlimit von 60 gibt. Dieses Jahr kamen nur 31 Läufer ins Ziel und die Sollzeit beträgt 26 Stunden.



Markus, herzlichen Glückwunsch!
Bilder von Markus gibt es [hier]

13.09.2009

10. KSK Küstenmarathon 2009 in Otterndorf


Otterndorf , die grüne Stadt an der Nordsee. Hier findet am 13.9. nun schon zum 10. mal der Küstenmarathon statt.
Am Vorabend finden hier auch die deutschen Meisterschaften über 10km Straße statt, sodass sich das kleine Nordseebad Otterndorf das ganze Wochenende im Lauffieber befindet.

Otterndorf, seit dem Jahre 1400 Stadt und ehemaliger Hauptort des Landes Hadeln, liegt verkehrsgünstig an der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Cuxhaven. Dies erleichtert unsere Anreise.
Die Startunterlagen gibt es in der Stadthalle. Start und Ziel sind nur 5 min. entfernt.
Aufgrund der deutschen Meisterschaften sind leider alle Unterkünfte belegt und wir erhalten von Norbert Sadatzki vom OK-Team kurzerhand die Schlüssel für die Grundschul-Turnhalle.

Ab 19 Uhr gehen die Senioren (ab AK50) auf die 10er-Strecke. Im Stundentakt folgen die Frauen und dann die Junioren. Das THW hat den Ort und die Strecke beleuchtet und am alten Rathaus ist eine tolle Stimmung. Als Mainzer Stimmungskanonen machen wir mit Tröte und Klatschen bis spät abends mächtig mit.

Der Marathon startet am nächsten Morgen zusammen mit dem Halbmarathon erst um 10:15 Uhr. Gelaufen werden vier Runden. Zunächst geht es den Ort hinaus zum Hadler Kanal, links und rechts sieht man Felder mit dicken Kohlköppen. Weiter zur Deichkrone, das eindrucksvolle Leuchtfeuer "Otterndorf/Belum" immer im Blick. Auf dem Weg zum Grünstrand entlang des meistbefahrenen Schifffahrtsweges der Welt nimmt der Wind stark zu und obwohl die Strecke topfeben ist, hat man das Gefühl es ginge bergauf. Über das Feriengebiet des Nordseebads Otterndorf geht es zurück zur Stimmungshochburg am Rathaus, wo wir Läufer nach der ersten Runde gebührend vom Publikum empfangen werden. So ziehe ich meine Runden und egal in welche Richtung die Strecke verläuft, der Wind scheint immer von vorne zu kommen. Ich genieße die Ruhe und wunderbare Aussicht am Strand. Nach der zweiten Runde, wenn die Halbmarathonis von der Strecke gehen wird es richtig ruhig. Freue mich aber genauso auf den Trubel am alten Rathaus.
Wie ich später erfahre macht der Wind einigen Probleme, den von 84 gemeldeten Marathonis finishen nur 56!
Was die Berge im Süden Deutschlands sind, ist der Wind im Norden!
Auf der Strecke gibt es bei den 4 Verpflegungsposten leider meist nur Wasser, bei einer Anwohnergruppe in Otterndorf konnten wir aber Cola ergattern. Nach 4:14 ist dann auch schon wieder alles vorbei. Leider reisen wir auch schon heute wieder ab, gerne wären wir noch ein paar Tage geblieben. Nächstes Jahr sind wir aber wieder dabei. Deshalb sollte man den 19.9.2010 schon mal vormerken, denn da findet der 11. KSK Küstenmarathon statt.


Meine Bilder gibt es [hier]


11.09.2009

7. The North Face Ultra Trail Mont Blanc (UTMB) 2009

UTMB® : etwa 166 km und 9400 Höhenmeter, max. 46 Stunden
Start Freitag, 28. August 18:30 im Stadtzentrum von Chamonix.

Volker Schillings hatte uns auf dem Trail an der röm. Weinstr. begleitet. Nun hat er den UTMB gefinisht in einer sagenhaften Zeit von 33:36 Std.

Ich freue mich hier nun seinen Bericht zu veröffentlichen:

Der „Ultra Trail du Mont Blanc“ ist das Mekka eines jeden Ultra Bergläufers. So auch für mich. Auch wenn meine Läuferkarriere recht kurz ist, spukt seit einiger Zeit der Mythos UTMB in meinem Kopf herum. Um an diesem Lauf teilnehmen zu können, muss jeder Läufer eine Qualifikation in Form von Vorbereitungsläufen nachweisen. Für das Jahr 2009 wurde die Qualifikationshürde noch einmal angehoben. Aus gutem Grund, denn 60 Prozent DNF (did not finnished) Quote ist recht hoch.
Die bloßen Daten und Fakten des Laufs sind für viele gestandene Läufer Respekt einflößend:
166 km Distanz bei 9400 m positiver und 9400 m negativer Steigung über insgesamt 10 Berge sind zu bewältigen. Der Lauf führt um das komplette Mont Blanc Massiv durch die Länder Frankreich, Italien und Schweiz. Dabei werden verschiedene Strecken angeboten, wobei der UTMB mit seinen 166 langen und strapaziösen Kilometern als der Klassiker angesehen wird. Auf dieser Strecke treten 2300 Läufer aus weit über 60 verschiedenen Ländern an. Aufgrund der Vielzahl der verschiedensten Teilnehmern und seiner unbegreiflichen Atmosphäre, stellt der Ultra Trail du Mont Blanc im Großraum des Mont Blanc Massivs das Großereignis schlecht hin dar.
Freitag, der 28. August 2009. Die Tag des Laufes. Ich habe äußerst schlecht geschlafen. Die Aufregung ist mir sichtlich anzuerkennen. Auch wenn man es nicht machen sollte, aber meinen Rucksack und den Beutel für Courmayeur (große Zwischenstation bei KM78 und die Möglichkeit das Equipement zu wechseln) packe ich erst jetzt. Zu meiner Ausrüstung gehört ein Laufrucksack, Teleskopstöcke (unbedingt notwendig!), eine Trinkblase mit 1,5 Liter Wasser sowie die Pflichtausrüstung (2 gute Lampen, Überlebensdecke, Trillerpfeife, Ausweis, Verbandsmaterial, Nahrung, Handy, wasserundurchlässige Jacke und eine mind. ¾ Hose, welche ich den gesamten Lauf über trage). Weiterhin habe ich Tape (für schlimme Blasen und sonstiges), eine Glukosemischung mit Sacharose (für Unterzuckerung!) und Armlinge dabei. Das Gewicht habe ich nicht gemessen, sollte aber bestimmt locker drei Kilo gewesen sein.
Bereits eine Stunde vor dem Start befinden sich die meisten Läufer im Startbereich. Die Veranstalter peitschen mit Darbietungen und Livemusik die Menschenmengen an.
Wenige Augenblicke vor dem Start
Kurz vor 18:30 Uhr beginnt wie jedes Jahr die Startmusik mit Conquest of Paradise. Bereits jetzt rollen bei einigen Teilnehmern die ersten Tränen. Der lauthals geschrieene Countdown besiegelt die nächsten Tage und Stunden: Der Lauf beginnt!
Langsam beginnt sich eine riesige Läuferschlange zu formen, welche sich durch die engen Gassen von Chamonix schlängelt. Tausende von Zuschauern feuern einen dabei an. Spätestens zum Ortsausgang von Chamonix hat jeder Läufer einmal Gänsehaut bekommen.
Die ersten acht Kilometer bis zur Verpflegungsstation „Les Houches“ beginnen locker. Einige knackige Anstiege sind dabei, welche auf dem Streckenprofil gar nicht als solche zu erkennen waren und nichts Gutes verheißen lassen.
Nach der ersten Verpflegungsstation geht es in den ersten größeren Anstieg. Ziel ist der Gipfel eines Skigebiets auf 1800 Meter Höhe. Hierbei sind ca. 800 Meter Höhenunterschied am Stück zu bewältigen. Der Weg führt über sehr steile Waldwege nach oben. Die Sonnenuntergangsstimmung zeigt den Mont Blanc von seiner schönsten Seite.
Beim ersten Anstieg habe ich Christian, einen befreundeten Läufer, aus den Augen verloren. Bereits am ersten Berg haben sich einige Sportler übergeben müssen und haben damit teilweise ihr Rennen schon beenden müssen. Bei den ersten Bergen ist es immens wichtig nicht sein ganzes Pulver direkt am Anfang zu verfeuern, denn vor uns liegen noch neun weit aus anspruchsvollere Berge.
Glücklicherweise treffe ich Christian beim Bergablaufen wieder. Dank meines Läuferfreunds Alex scheint mir das Bergablaufen weit aus einfacher zu fallen als den anderen. Ab diesem Zeitpunkt werden Christian und ich die gesamte Strecke zusammen laufen.
Nach Kilometer 21 und ca. 2 Stunden und 40 Minuten liegen Christian und ich an Position 745.
Bei Kilometer 35 passieren wir die Notre Dame Gorge, welche in der Dunkelheit eindrucksvoll beleuchtet wird. Hier geht es zum ersten mal richtig zur Sache, als fast 1500 Meter Anstieg am Stück bewältigt werden müssen. Entlang des steilen Anstiegs flankieren Fackeln und Zuschauer den Weg. Es ist bereits mitten in der Nacht und eine endlose Schlange bestehend aus Stirnlampen windet sich den Berg hinauf.
Ab einer Höhe von ca. 2000 Meter ist der Nebel derart dicht, dass man Mühe hat bis zu den eigenen Füßen zu sehen. Hier bin ich froh, dass das Feld noch recht dicht beieinander liegt. Eine Orientierung ohne  Mitläufer wäre sehr schwierig. Später habe ich erfahren, dass sich viele Läufer darunter auch Lizzy Hawker verlaufen haben.
Die Strecke scheint mit jedem Kilometer anspruchsvoller zu werden. Gegen 4:30 Uhr sind wir kurz vor der italienischen Grenze. Der Aufstieg auf Col de la Selgne ist aufgrund des Nebels und der Beschaffenheit des Weges sehr anspruchsvoll. Doch mit Passieren des Gipfels betreten wir endlich italienischen Boden.
Auf der italienischen Seite des Bergs fällt die Temperatur schlagartig. Es sind nun nur noch ca. 0°C und es pfeift ein heftiger Wind. Viele Läufe werden an dieser Stelle böse überrascht. Auch wir ziehen uns zitternd die Regenjacke an, bevor es weitergehen kann.
Die eindrucksvollen Bergkulissen von Lac Combal bleiben uns verborgen, da wir zum Einen sehr schnell unterwegs sind und zum Anderen es zu diesem Zeitpunkt noch sehr dunkel ist.
Um 7:13 Uhr erreichen wir endlich Col Chécrouit, wo uns ein atemberaubendes Panorama aus mystischen Bergketten im Morgengrauen und exotischen Tänzerinnen (nein, noch keine Halluzinationen...) erwartet. Zu diesem Zeitpunkt haben wir bereits ca. 350  Positionen gut gemacht. 

 Jetzt liegt nur noch ein Abstieg nach Courmayeur vor uns, welcher es aber richtig in sich haben soll. Es gilt 1000 Höhenmeter am Stück steil bergab zu „vernichten“. Schade, dass man sehr viel an Höhe nicht ablaufen kann, sondern teilweise „abklettern“ muss.
In Courmayeur angekommen, werden uns ohne Probleme die Beutel mit Wechselkleidung gereicht. In einer großen Turnhalle bleibt dann ein bisschen Zeit, um sich von den Strapazen der Nacht zu erholen und sich für den zweiten Teil der Strecke frisch zu machen. In meinem Beutel habe ich unter anderem ein zweites Paar Schuhe hinterlegt. Allerdings bin ich mit meinen La Sportiva Speedlite sehr zufrieden und wechsel dann doch nicht. Das Einzige, was ich mir in Courmayeur gönne, ist ein frisches T-Shirt. Nach einer kurzen Erholung geht es jetzt weiter in Richtung Ziel! ;-)
Der Anstieg hinter Courmayer lässt einen die kurze Erholung von Courmayeur sofort wieder vergessen. Das erste Zwischenziel ist hierbei Bertone, ab dem wir einige Kilometer auf 2000 Meter Höhe laufen. Dort oben wird Thomas, ein Läufer aus Jena,  unser Zweierteam für einige Stunden erweitern.

Jetzt als Dreierteam unterwegs: Christian, Thomas und Volker (von links)
Gegen Mittag treffen wir bei Kilometer 94 in Arnuva ein. Der nachfolgende Anstieg auf über 2500 Meter zum Gipfel des Grand Col Ferret lässt uns anschließend die Grenze zur Schweiz passieren. Jetzt liegen nur noch lächerliche 67 km vor uns. Sehr interessant, dass ich bereits zu diesem Zeitpunkt die Zielluft schnuppern kann. Es besteht kein Zweifel, dass ich diesen Lauf erfolgreich beenden werde. Leider wird beim Abstieg unsere Dreiergruppe wieder auf zwei dezimiert. Thomas hat sich dazu entschlossen, das Tempo ein wenig zu reduzieren. Christian und ich sind wieder auf uns alleine gestellt.
Viertel vor sechs kommen wir schließlich in Champex-Lac an und haben uns zu diesem Zeitpunkt bereits auf Platz 270 vorgearbeitet. Bereits hier treffen wir immer seltener auf Läufer. Es gilt also um so mehr auf den Weg zu achten. Nach einer kurzen Pause und Verpflegung geht es dann in Richtung Chamonix. Wir müssen nur noch die lächerliche Distanz eines Marathons bewältigen. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass binnen dieses Marathons die drei heftigsten Berge des Laufes zu absolvieren sind. Die Vorahnung über die drei letzten Berge werden im laufe der nächsten Stunden bestätigt. Nicht nur, weil es die letzten sind...
Besonders der Aufstieg zu Bovine kostet viel Kraft. Er besteht aus riesigen Felsen, die man schon fast hochklettern muss. Die Mühe wird allerdings mit einem traumhaften Ausblick auf das Zentralmassiv der Alpen belohnt. Man kann ohne Probleme Eiger, Mönch und Jungfrau sehen.
Bei Kilometer 138 erreichen wir beide Trient. Zu diesem Zeitpunkt ist es bereits wieder dunkel und wir müssen „nur“ noch zwei weitere Berge überstehen. Die zweite Nacht ist bei vielen Läufern gefürchtet, da es sehr häufig zu Halluzinationen aufgrund des Schlafmangels kommt. Christian und mir bleibt dies zum Glück erspart. Wir sehen keine Frösche und Unterhosen ;-) . Meine Erfahrung ist, dass die Fantasie, oder vielleicht positiv ausgedrückt, die Kreativität ausgeprägter wird. Bis heute weiß ich leider nicht, ob ein Schnitzkünstler einen Dinosaurier aus einem abgebrochenen Baum modelliert hat, oder ob es nur Einbildung war. Das Merkwürdige ist, dass wir beide diesen Dinosaurier gesehen haben. Das wird wahrscheinlich niemals geklärt.
Zusammenfassend: Die zwei letzten Berge sind unglaublich brutal. Gerade der letzte Berg „Tete aux Vents“ fordert das letzte aus einem. Nicht ohne Grund trägt dieser Berg seinen Namen. Riesige Geröllfelder bei heftigem Wind müssen wir vor dem letzten Abstieg nach Chamonix absolvieren. Bei der letzten Verpflegung in La Flegere wird uns verkündet, dass es nur noch sieben Kilometer bis Chamonix seien. Ein Kilometer Geröll mit Berg auf und ab und danach nur noch ins Tal runter.
Nach dem besagten Kilometer sprechen Christian und ich uns noch einmal kurz ab und schon geht’s in einem, im nachhinein, unglaublichen Tempo ins Tal. Allein auf diesem Abschnitt lassen wir zahlreiche Läufer hinter uns. Die sechs Kilometer ziehen sich jedoch bis Chamonix wie ein Kaugummi. Als wir dann aber das Stadtschild passieren, steigt der Adrenalinspiegel bis auf den maximalen Pegel. Leider ist es mitten in der Nacht und dementsprechend wenige Zuschauer am Ziel. Das ist uns jedoch egal. Wir wollen nur noch ins Ziel und ins warme Bett. Die Kälte nachts in den Bergen hat mir jedenfalls stark beigesetzt.
Im Ziel werden wir von Frau Polletti persönlich in Empfang genommen. Nach insgesamt 33 Stunden und 36 Minuten ist unser gemeinsames Laufabenteuer beendet. Insgesamt haben wir uns stetig bis auf Platz 199/200 vorgearbeitet. Ein bisschen stolz bin ich natürlich auf die Zeit, zumal es mein erster UTMB war. Christian hat sich um unglaubliche 10 Stunden verbessert. Ich denke aber, dass es jedoch mein letzter UTMB war. Auch wenn ich vielleicht hier die absolute körperliche und psychische Grenze nicht erreicht habe, ist die Erkenntnis geblieben, diese besser nicht weiter auszutesten. Es war ein Erlebnis der besonderen Art und soll genauso auch in Erinnerung bleiben.
 
Christian und ich glücklich im Ziel.
Die Zeit und Energie für die Vorbereitung und den Lauf an sich kosten einfach sehr viel. In jeder Hinsicht...
Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Ultra Trail du Mont Blanc ein fantastisch organisiertes Rennen ist. Hinsichtlich der Organisation und auch Durchführung bleiben keine Wünsche offen. Die Verpflegung ist nahezu optimal. Die Stimmung beim Start, während des Laufs und auch im Ziel ist unbeschreibbar gut. Für die Teilnahme am Lauf ist eine ernsthafte und zeitraubende Vorbereitung notwendig.
Wer Tipps zur Vorbereitung, zum Lauf selber oder zur Ausrüstung benötigt, kann mich gerne per Email  erreichen.

Ich verneige mich in Ehrfurcht vor Volker und allen die dieses Rennen bestritten haben.

06.09.2009

2. Darmstadt Marathon 2009

2. Darmstadt-Marathon, was erwatet einen Marathonteilnehmer bei der zweiten Auflage?
2 Runden davon gehen gut 2/3 der Strecke durch den Wald (da braucht man also keine Absperrung) und schlechte Verpflegung. Dafür unverschämte 55,- EUR für Nachmelder und für ein Finisher-Shirt muss noch extra gezahlt werden. 3 Stunden nach Zielschluss sind auch noch keine Ergebnisse online. Lt. Ausschreibung sollte es ab KM30 Cola geben, dies war aber nicht der Fall, Eigenverpflegung war auch nicht möglich. Statt dessen bekam man noch unfreundliche Streckenposten, die auf die Fragen der Läufer nach Cola nur antworteten: "Lauf noch 10km, im Ziel gibts Cola!" Aber selbst da habe ich kein Cola gesehen. Einziger Lichtblick war das alkohohlfr. Bier im Ziel.
Ich bin/war mit meiner Kritik auch nicht allein, denn auf dem Weg zum Auto schimpften doch einige Marathonis. Probleme bei der Zeiterfassung gab es bei mir auch noch, die konnten zwischzeitlich aber von Mika-Timing geklärt werden.

Ach so, von den 2.500 Teilnehmern waren nur knappe 320 echte Marathonis, der Rest lief Halbmarahon oder Staffel, sodass die 2. Runde doch recht einsam war. Zuschauer gab es kaum.

Das einzig positive am Darmstadt-Marathon war das Treffen mit Joe, Daniel und Bernhard. Und die kurze Anfahrtzeit.

Fazit:
Es gibt im Herbst weit bessere und günstigere Veranstaltungen.

Bei marathon4you.de gibt es auch nur Bilder, der Joe war wohl auch nicht zufrieden.

Fotos [hier]
Mit Fotoserie vom Zieleinlauf: Bernhard Hartinger (LT-Hemsbach), Joe Kelbel (marathon4you), Daniel Basel (LT-Hemsbach)

P.S.: Mein Google-Fotoalbum ist voll :-( deshalb bis auf weiteres alle neuen Fotos bei der Laufzecke [hier]

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